O-Wagen Nr. 34 der PKB

Wie bereits angekündigt, geht die Entwicklung von 0m-Rollmaterial bei Jaffas Moba-Shop weiter. Mit dem Wagen Nr. 34 der Plettenberger Kleinbahn steht ein sehr reizvolles Vorbild Modell. Mit 2,30 m Achsabstand und 6,00 m LüP ist der Zwerg auch gut denkbar in Kombination mit der Straßenbahn.

Es sind natürlich noch einige Schritte zu gehen, bis aus dem ersten Prototypen einen serienreifes Modell wird. Zunächst ging es um die Machbarkeit als komplett gelasertes Wagen-Modell: Bei so einem kleinen Fahrzeug bringen die gelaserten Teile gerade mal 20 g auf die Waage, rechnet man das Achsenpaar mit Speichenrädern noch einmal mit knapp 10 g dazu, ist das immer noch zu wenig, um den Wagen am „Abheben“ zu hindern. Deshalb ist vorgesehen, mit Netz und doppeltem Boden zu arbeiten: Zwischen der Trägerstruktur und dem sichtbaren Holzboden wird eine 0,8 mm-starke Kupferplatte 90 x 40 mm eingebaut, die zusätzliche 26 g bringt.

(Wer wissen möchte, wie man ohne Try-and-Error solch ein Gewicht präzise bestimmt, hat hier ein schönes Tool zur Verfügung.)

Mehr an Gewicht wäre zwar wünschenswert, wäre aber mit optischen Einschränkungen verbunden. Das gezeigte Muster hat eine Bodenplatte aus 0,8 mm Sperrholz. Beim Serienmodell würde dort eine Aussparung von 90×40 mm für den Ballast ausgeschnitten und als sichtbare Deckfläche käme ein Schicht 0,5 mm Sperrholz darüber. Die von der Seite sichtbare Bodenkante würde also um 0,5 mm höher werden als bisher. Das ist vertretbar, zusätzliche Höhe könnte aber für die Optik ein Problem werden.

So ist der Stand der Dinge:

Die Rahmenstruktur, Achslager & Co. sind aus Kraftplex gelasert. Boden und Wände sind aus Sperrholz. Die Seitenwände sind aufgedoppelt, sodass außen wie innen die Bretterstruktur vorhanden ist. Die verschiedenen Profile mit den Nietennachbildungen sind aus Kraftplex und Spezialkarton gelasert.

Beim ersten Lasertest sind die Strukturen nur in einem schnellen Entwurfsmodus gelasert; die Strukturen werden später deutlich präziser. Es fehlen im abgebildeten Zustand noch die gesamte Bremsmimik und der Aufbau der Bremserbühne, die natürlich ergänzt werden. Es sind Messinglagerbuchsen in Verbindung mit den Schnellenkamp-Achsen vorgesehen. Mit Serienreife ist auf jeden Fall noch im Jahr 2020 zu rechnen.

9 comments on O-Wagen Nr. 34 der PKB

  1. Auf die filigrane Unterkonstruktion, die ja noch um die Bremsenmimik ergänzt wird, würde ich ungern verzichten. Ich rechne dann mal spitz: Laserteile inkl. Achsenpaar = 25g plus Kupferplatte (26g) im doppelten Boden = 51g … reicht noch nicht. Weitere Bodenerhöhung um 0,8 mm durch eine Kupferplatte in Wageninnengröße 103 x 47 mm = 32g macht unterm Strich ein Gesamtgewicht von 83g … reicht!

    1. Zur Bremsanlage: wirst Du das Rad neu erfinden und das „Gelumpe“ selber konstruieren – oder auf bewährte Teile z.B. von Weinert, AHa oder AHB zurückgreifen?

      1. So: hier wie angekündigt das „Gelumpe unterm Wagen“ … um die korrekte Ausdrucksweise zu bemühen 😉
        Das erste Foto zeigt den Zustand vor Montage des Gestänges:

        PKB34 vor Montage des Bremsgestänges

        … die beiden weiteren Fotos zeigen den Zustand mit montiertem Gestänge – noch nicht farblich behandelt, sodass man alle Details besser erkennen kann. Das Gestänge endet an der Umlenkung zur Bremserbühne. Bevor die montiert werden kann, müssen am Wagenkasten die Beschläge montiert werden.

        PKB34 mit Bremsgestänge
        PKB34 mit Bremsgestänge

        Auf der mittleren Welle ist der Anschauung halber der Betätigungshebel für den Bremszylinder montiert, obwohl der für dieses Fahrzeug gar nicht vorgesehen ist.

      2. Auch die Bremserbühne mit Geländer, Kurbel und Übertragung auf den Umlenkhebel ist jetzt fertig:
        PKB34-1
        PKB34-2

        Farbliche Bearbeitung, Auftrittstufen und die Beschläge im Wageninneren (aus dieser Perspektive nicht zu sehen) fehlen noch.
        Ach ja: 80g bringt der Kleine jetzt auf die Waage.

      3. Die letzten Arbeiten am Prototypen sind erledigt: Trittstufen ergänzt, Malerarbeiten … jetzt geht es daran die Laserdateien zu optimieren und die Montageanleitung zu schreiben. Eine Kupplung werde ich nicht vorsehen, denn es ist so, dass für die 16,5er Fraktion exakt in der Mitte der Pufferbohle eine Bohrung erfolgt, und für die 14,3er Fraktion stimmt es genau, wenn unter die Pufferbohle ein Normschacht geklebt wird.
        Für das Löten des Bremsgestänges und der Handbremskurbel gibt es eine Lötlehre.
        PKB34-4.1
        PKB34-4-4

        1. Wenn ich auf der Bremserbühne stehe und die Bremse anziehe, dann ziehe ich den Hebel nach oben. Nach Deiner Konstuktion würde dann die Bremsbacken aber lösen – oder habe ich da was falsch beobachtet? Beim Umlenkhebel in der Mitte müsstest Du m.E. die Anschläge für Vorder- und Hinterachse vertauschen.

          Aber ansonsten: Klasse!

          Grüße

          Jörn

  2. Zur anzustrebenden Masse ziehe ich mal diesen alten BAE-Strategen zum Vergleich heran:
    Ow263
    Dieser erkennbar aus einem MT-Wagen entstandene Ow 263 (dessen Bremserkurbel, wie ich gerade sehe, davongeflogen ist) hat eine Rahmenlänge von 132 mm und bringt genau 80g auf die Waage. Und dazu verhilft ihm eine ordentliche Messingplatte, die deutlich größer ist als die originale MT-Eisenplatte:
    Messingballast
    Die Rahmenlänge des Ow 34 müsste in 0m nach meiner Berechnung 116 mm betragen, also ginge es notfalls auch mit 75 g. Aber weniger sollten es wohl besser nicht sein.

    PS: Wie ich sehe, wird die Unterseite von Jaffas Ow 34 einen Tacken detaillierter als die meines Ow 263. 😉

  3. Na das schaut doch schon mal gut aus. Wenns mit der Unterbringung der Masse problematisch ist: Ich glaube nicht, dass es aufallen würde, wenn die Innenhöhe im Wagenkasten 1-2mm niedriger wäre als die Außenbordhöhe. Da kann man (glaube ich) skrupellos sein.
    Die Idee mit dem doppelten Boden finde ich prinzipiell sehr gut, und auch die gelaserten Wagenkastenprofile scheinen sehr ansprechend zu werden.
    Für meine Jagsttalbahn 2-achser habe ich ein „ordentliches“ Stahlgewicht im Rahmen vorgesehen – da ist mit Nachbildung der Rahmenkonstruktion natürlich nicht mehr viel zu erwarten. Dafür steht das Ding auch Tipptopp auf dem Gleis.
    Mir scheint euer Wägelchen (trotz Ballastgewicht) immer noch ziemlich leicht zu werden, aber da kann ich auch irren. Ihr seid sicher, dass euch die Masse ausreicht?

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