0m Gleis: Schwellendiskrepanz

Im Spur 0-Forum hat der (mir persönlich gut bekannte) User „Altenauer“ sein derzeitiges Problem geschildert: Für seinen Start in 0m hat er sich ein paar Herzynia-Weichen und das Flexgleis von M. Schnellenkamp besorgt. Diese unterschiedlichen Fabrikate passen in der Höhe exakt und können daher leicht mit Peco code 100 Schienenverbindern zusammengefügt werden. So weit so gut.

Nicht zufrieden ist er mit den Unterschieden zwischen beiden Systemen hinsichtlich der Schwellen: beim Schnelli-Gleis liegen diese deutlich weiter auseinander und sind auch etwas schmaler und haben keinen genau rechteckigen Querschnitt. Altenauer möchte wissen, ob er sich damit abfinden soll, ob und wie er es ändern kann oder ob es vielleicht sogar vorbildentsprechend ist, wenn unterschiedliche Oberbauformen aufeinander stoßen.

Um die letzte Frage zuerst zu beanworten: Ja, durchaus. Je älter eine Schmalspurbahn wurde, desto wahrscheinlicher wurde es, dass bei Reparaturen oder Neuverlegungen anderes, z.T. gebraucht gekauftes Schienen- und Schwellenmaterial verwendet wurde. Paradebeispiel war die Selketalbahn, die ja nach Kriegsende zunächst für Reparationsleistungen fast komplett abgebaut wurde, dann aber auf Anordnung der gleichen Siegermacht, die das Material nach Osten abtransportiert hatte, ganz schnell wieder aufgebaut werden und Material aus der ganzen sowjetischen Besatzungszone zusammengesucht werden musste.

Das ist etwa nur ein Viertel der Schienensammlung des Freundeskreises Selketalbahn in ihrem Museum in Gernrode: Das sind alles bei der Selketalbahn vorgefundene Schienenformen. Foto S. Frenzel aus Harzer Schmalspur-Spezialitäten Bd. I.

Nun zu den Schwellen: Zur Schwellenbreite kann ich Folgendes sagen: Seit es 0m-Selbstbaugleis gibt, also seit Gründung von FREMO und FKSB, wurden Schwellen stets aus Kiefernleiste 3x5mm abgelängt. Solcherlei Gleis existiert in vielen hunderten von Metern. Die Schwellen der Herzynia-Weichen sind ebenfalls 5mm breit bei genau rechteckigem Querschnitt. Schnelli hingegen hat die Formen des ehemaligen Henkegleises übernommen, das irgendeine moderne schlankere Schwellenform (mir unbekannter Herkunft, sieht in der Form fast wie Betonschwelle aus) nachbildet und dazu wirklich optisch nicht passt.

Wenn man im Flexgleis die Mittelstege heraustrennt und die Schwellenabstände sukzessiv verringert, dann muss vermutlich ein halber Zentimeter der Schienen durchgeschoben werden, damit der Schwellenabstand direkt am Schienenstoß nicht der größte, sondern der kleinste wird. Foto: „Altenauer“

Ich habe Altenauer im genannten Forum geraten, die Mittelstege zwischen den ersten drei, vier oder fünf Schwellen im Flexgleis mit dem Seitenschneider herauszukneifen und die Schwellenabstände sukzessive zu verringern. Dann fällt die Diskrepanz wohl kaum noch auf.


Und was steht heute im Journal?

3 comments on 0m Gleis: Schwellendiskrepanz

  1. Als Freund der Schmalspurbahnen denke ich mal, dass man den Weg des allen Möglichen gehen kann – Vielfalt. So habe ich es von meinen österreichischen Freunden der ehem. Salzkammergut Localbahn genauso gehört, wie ich es im Harz bereits gesehen habe. Also werde ich mit den Schwellen tricksen, am Ende wird es bestimmt kaum auffallen, oder niemanden mehr interessieren… Spaß habe ich trotzdem!

  2. Ich möchte an dieser Stelle noch mal an Jaffa appellieren, sein Selbstbaugleis im Programm zu behalten oder zumindest on demand zu fertigen. Denn mit den Herzynia-Weichen harmoniert Schnellis Gleissystem nicht wirklich.

    1. Das hatte ich, ohne es weiter zu kommunizieren, sowieso beschlossen. Da aber kein großer Mengenabsatz erwartbar ist, werde ich es nicht vorproduzieren. Es kann also bis zu zwei Wochen Lieferzeit gebe. Momentan ist aber ein gewisser Vorrat da.

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