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Sonntag 25. Oktober 2020

0m Prellböcke

Neulich schrieb mir ein Nullemmer in spe: „Was gibt es eigentlich in 0m für Prellböcke?“ Um die Frage vollständig beantworten zu können, müsste ich wenigstens wissen, was BEMO/Ferro-Suisse oder Model Rail etc. anbieten. Weiß ich aber nicht. Von Schnelli weiß ich, dass er zwar Flexgleis und in Kürze auch eine Weiche im Programm hat, aber keinen Prellbock.

Das einzige, was ich dem Anfrager mitteilen konnte, war demnach, was für Prellböcke es bei der BAE gibt. Nämlich drei Sorten:

Drei Arten von Prellböcken gibt es auf der BAE (von links): a) Das Gleis endet am anstehenden Fels, der meist zu einer senkrechten Wand behauen ist. b) Am Gleisende ist ein Haufen Gestein, Altschotter oder Dreck aufgeschüttet und davor eine Prellwand aus Altschwellen errichtet. c) Die am häufigsten auf der BAE anzutreffende Prellbockvariante ist jedoch die aus zweimal um 45° geknickten Schienen.

Das sind alles Prellböcke, die man leicht selber herstellen kann. Allenfalls für die dritte Variante könnte ich mir eine industrielle Fertigung vorstellen, da könnten dann die Schienen korrekt gebogen werden und nicht, wie bei der BAE, geknickt (nachdem ein Dreieck aus Kopf und Steg mit der Minitrennscheibe herausgeflext worden ist).

Samstag 24. Oktober 2020

Ding-dong, ding-dong

Der Bf Oderteich der Braunlage – Andreasberger Eisenbahn ist laut SbV immer besetzt. Allerdings meist nur virtuell, d.h. es wird beim Betrieb so verfahren, als sei er besetzt. Allerdings ist er zeitweise mit einem realen Fdl besetzt, das macht dann für den Zugleiter einen Unterschied. Deshalb muss der reale Fdl in das Schloss in der Mitte des Panels seinen Schlüssel einstecken und um 90° drehen, dann leuchtet beim Fdl ein Lämpchen auf, das ihm sagt, dass Odt nun real besetzt ist.

Der rote Knopf hingegen dient zum vorgeschriebenen Abläuten eines Ri. Sonnenberg abgelassenen Zuges. Dort ertönt dann ein Läuterwerk mit einer bestimmten Klangfolge, die dem Fdl sagt, aus welcher Richtung ein Zug kommt.

PS: Das Schloss in dem weißen Quadrat rechts dient zum Aufschließen der normalerweise verschlossenen Weiche 4 in Bildmitte, die die Verbindung zwischen BAE und Grubenanschlussbahn herstellt.

Das OT-Rätsel vom 17. Oktober

In dem Beitrag über das Empfangsgebäude von Uchte Kreisbahn gab es einen Ausschnitt aus einer älteren Kursbuchkarte. Darin links oben einige Buchstaben in großer Schrift, von denen man nicht wusste, was da eigentlich stand. Es gab eine Zuschrift, aber die Vermutung stimmte leider nicht.

Wenn man die ganze Karte hat, sieht man den dialgonalen Schriftzug

B R I T I S C H E • B E S A T Z U N G S Z O N E. Alles klar?

Heute Abend wirds noch einen weiteren Eintrag hier geben.

Freitag 23. Oktober 2020

Rangieren in Hohenlimburg

Wer häufiger mal im Historischen Forum der DSO unterwegs ist, kennt bestimmt auch den User Stefan Motz, der schon so manche spannende und oft auch schöne Bilderserie eingestellt hat. Kürzlich postete er einen Potpoutti von Farb- und Schwarzweißbildern von seinem einzigen Besuch in Hohenlimburg.

Am 28.9. 1983 ist die MV 8 gerade – mitten auf der Straße – um den aufgerollten Wagen umgelaufen und wird ihn jetzt Richtung Regelspuranschluss schieben. Foto: Stefan Motz

Es lohnt sich, die ganze Bildfolge anzuschauen, die nochmal spürbar werden lässt, was Hohenlimburger Kleinbahn ausmachte. Hier gehts zu Stefans Bildfolge in der DSO.


Ein Schiff wird kommen: Nur schade, dass Michael Schnellenkamps 0m-Modell der MV 8 immer noch nicht in Sicht ist. Wie er in seinem Newsletter schreibt, weiß er selber nicht genau, wann das Schiff mit den Lokomotiven ankommen wird.

Mittwoch 21. Oktober 2020

Trockene Auflösung des nassen Rätsels

Hier zunächst noch einmal das komplette Rätselbild:

Als Helmut Reichelt mir dieses Bild schickte, hatte ich sogleich ein déjà vu-Erlebnis, oder soll ich sagen eine Assoziation, ein Name leuchtete auf: Alexis Sorbas. Dieses Foto gibt die gleißende mediterrane Sonne genau so wieder wie damals der berühmte schwarz-weiß-Film.

Die einzige Antwort, die nach der Stellung des Rätsels kam, war die von Wolf D. Groote: „Dazu fällt mir nur ein, dass man bei der Togolesischen Staatsbahn auf diesem Wege Fahrzeuge entsorgt hat. So könnte nach dem Hafenbau in Lomé auch die Jung-Lok ex PKB 11 (NKAG I) auf diesem Wege ihr Ende gefunden haben.“

Aber die Auflösung sieht so aus:

Die meterspurigen (inzwischen eingestellten) Peleponnes-Bahnen betrieben zeitweise eine Fährverbindung zwischen Patros und Krionerion. Also so ganz falsch war die Alexis Sorbas- Assoziation nicht.
Als Fährschiff diente ein umgebautes Landungsboot des Zweiten Weltkrieges, das 1943 in Kiel gebaut wurde, die ΡΟΔOΣ (Rodos). Die Klappe des Landungsbootes machte eine landseitige bewegliche Fährbrücke überflüssig. Die griechischen Shiplover bei http://www.shipfriends.gr diskutierten darüber, ob das Schiff bereits verschrottet worden ist oder ob es 2018 als unter Wasser liegendes Wrack bei Salamina geortet wurde.

Wenn keine Güterwagen überzusetzen waren – das geschah wohl dreimal in der Woche – fuhr die Rodos als normale Autofähre. Mehr Details gibt es in dem Buch von Hans-Bernhard Schönborn: “ Schmalspurbahnen in Griechenland“, Sempach 1997, S.106.

Montag 19. Oktober 2020

Körting oder Hardy, das ist hier die Frage

Gestern war im Harz- und Harzbahnforum eine kleine Diskussion über Funktion und Vor- und Nachteile der Vakuum-Bremssyteme von Körting und Hardy entstanden, was mich anschließend dazu bewog, das entsprechende Kapitel in diesem Blog ein wenig zu aktualisieren.

Welcher Bremszylinder ist von Körting, welcher von Hardy? In dem entsprechenden Kapitel stehts. Fotos: Jürgen Hans

Nasses Rätsel weiterhin ungelöst

Leider war in der Rätselfrage vom 6. Oktober das Bild verschwunden*, wie Internet das manchmal so an sich hat. Vielleicht kam daher kein weiterer Lösungsvorschlag, nachdem ein erster sofort gekommen war, der aber nicht ganz ernst gemeint war. Morgen werde ich auflösen, bis dahin also noch etwas Zeit. Also, wo isses? *Ist wieder da. Mit etwas mehr drauf als auf dem Ausschnitt hier.

Samstag 17. Oktober 2020

Ein ganz bescheidenes Empfangsgebäude

Mini-Wartesaal mit Fahrkartenausgabe, Dienstraum und Güterboden, alles ganz kompakt. Und um welche Kreisbahn handelt es sich hier? Foto: OOK.

Uchte war der nördlichste Endpunkt der ehemals (bis Sept. 1949) meterspurigen Mindener Kreisbahn, der auch dieses Gebäude gehörte. Aber vor dem Krieg reichte auch die ebenfalls meterspurige Steinhuder Meer-Bahn bis Uchte, so dass dies ein Gemeinschaftsbahnhof war. Zu gerne wüsste ich, ob es da je Wagenübergang gegeben hat.

In dieser frühen Nachkriegskarte war die StMB-Strecke nur noch bis Bad Rehburg eingezeichnet. Von Bad Rehburg bis Uchte musste ich sie selber hineinzeichnen.

Zusatzrätsel (OT): Was mögen die Buchstaben I und U N bedeuten. bzw. Teil welcher Beschriftung könnten sie sein?

Donnerstag 15. Oktober 2020

„Loss gut soi, schee wann ders gfalle hot“ oder Schottern und Staub Schlucken auf der RHB

Nein, kein Tippfehler, die Rhein-Haardt-Bahn kürzt sich schon immer mit RHB ab und ist meterspurig wie die große Schwester mit dem kleinen h. Hier der malerische Schotterzug, um den es geht. Foto: Harald Hechler

Die Geschichte High Noon im Weinberg, die Harald Hechler in seinem Blog erzählt, ist alt, uralt, von 2006. Aber ich habe sie (leider) erst heute entdeckt. Besser spät als nie, sagt das Sprichwort. Es ist die Geschichte von einem glutheißen Sommertag, an dem der Autor mit besagter RHB nach Bad Dürkheim fährt und unterwegs einer Staubwolke begegnet, hinter der sich ein Schotterzug verbirgt. Nix wie raus an der nächsten Station und auf Schusters Rappen zurück zum Schotterzug.

Viele schöne Bilder gibt es und einen Begleittext, der runter geht wie Pfälzer Roséwein, das muss man gelesen haben. Harald Hechler hat eine leicht poetische Bahnprosa, die ich so noch nirgends gefunden habe, ansatzweise romantisierend aber nie kitschig. Einfach schön.

PS: Ein paar weitere Schmalspur-Bonbons von Harald Hechler findet man hier.

Mittwoch 14. Oktober 2020

0m Module bald in vierter Hand

Das ging jetzt aber fix. Die gestern gemeldeten Module haben schon einen Käufer gefunden (einen, auf den die von mir genannten Voraussetzungen vollinhaltlich zutreffen), der wird sie am Wochenende abholen.

Dienstag 13. Oktober 2020

0m Module aus dritter Hand

Hier haben wir einen Spur 0 Modellbahner, der vor Jahren mal dreizehn 0m Module von jemandem gekauft hat, der sie ebenfalls gebraucht erworben hat. Bei beiden Zwischenbesitzern wurden die Module nur gelagert, aber nie benutzt und sind jetzt „in gute Hände“ abzugeben, also an jemanden, der es ernst meint mit 0m und sie auch benutzen möchte.

Das sind nur sieben der insgesamt dreizehn Module:
5 Stück 90cm x 50cm, 5 Stück Bogenmodul 71/48cm x 50cm,2 Stück 40cm x 50cm und 1 Stück 45cm x 50cm.

Die Module sind durch lange Lagerung und Umstapeln nicht besser geworden, haben gelitten und müssen aufgearbeitet werden. Es handelt sich vermutlich um Selbstbaugleis und -Weichen. Der Verkäufer möchte durch diesen Handel nicht reich werden, aber ein faires Preisangebot leite ich gerne weiter.

Montag 12. Oktober 2020

Meterspur zwischen Sauerland und Rheinland

Die Zahl der Meterspurbahnen, die es einmal gab, ist riesig. Ich will mal versuchen, nach und nach mit diversen Regionalkarten eine kleine Übersicht zu schaffen, welche Bahnen es wo gab. Heute fange ich mal mit dieser Karte an:

Wie der Titel schon sagt, sind reine Straßenbahnbetriebe* nicht eingezeichnet, auch keine Werksbahnen und Museumsbahnen.
*Eine Karte der meterspurigen Straßenbahnen im Ruhrgebiet (mit Güterstrecken) ist in Vorbereitung.

Vollständigkeit ist angestrebt, aber schwer zu erreichen. Ich nehme Änderungswünsche und Ergänzungen gerne entgegen und aktualisiere dann ggf. die Karte oder stelle eine neue ein.

Sonntag 11. Oktober 2020

Wo kommen die Gravensteiner Äpfel her?
Und was hat das mit Meterspur zu tun?

In meinem Eintrag vom 7. Oktober erwähnte ich am Schluss die drei meterspurigen Kreisbahnen, die zur preußischen Zeit im Gebiet von Nordschleswig gebaut wurden, eine davon die Apenrader Kreisbahn, deren nördlicher Ast nach Lügumkloster führte, der südliche nach Gravenstein. Eben!

Heute heißen die Endpunkte der ehemaligen Apenrader Kreisbahn Løgumkloster und Gråsten. Aber der Apfel heißt in Deutschland immer noch Gravensteiner und rangiert unter alte Apfelsorten. Und Apenrade heißt heute Åbenrå, manchmal auch Aabenraa geschrieben.

Hans Schweers und Henning Wall (Verlag Schweers und Wall) hatten sich vorgenommen, die Geschichte dieser drei Kreisbahnen zu erforschen und darüber Bücher zu veröffentlichen und dazu schon manche Reise in das südliche Dänemark unternommen. Leider starb Hans Schweers, bevor es zu druckreifen Ergebnissen kam. Schade, sehr schade.

Samstag 10. Oktober 2020

Endlich die passende Zeichnung zum HVB 21-Foto

Seit längerer Zeit stand im Verzeichnis der Wagen mit Langblattfeder-Drehgestellen ein schönes Foto des C4i 21 von Hagen-Vörde-Breckerfeld. Aber keine Zeichnung. Jetzt gibt es eine. Schaut nochmal rein.

Donnerstag 8. Oktober 2020

Jaffas Personenwagen ist jetzt lieferbar.

Es ist noch allerlei an dem Wagen optimiert worden, aber heute bringt Jaffa die ersten Bausätze zur Post.

Nun ist er fertig, der BC4 der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn als 0m-Modell, der genausogut als Wagen der Eisenbahn Wermelskirchen – Burg oder der Gernrode – Harzgeroder Eisenbahn eingesetzt werden kann, die baugleich waren.
Zug der meterspurigen Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn in der Station Clarenbach. Das ist auch schon der längste Personenzug, der je auf dieser Bahn gesichtet wurde, meist reichte ein einziger Wagen. Ronsdorf ist übrigens ein Stadtteil von Wuppertal. Foto: Archiv Bellingrodt, Slg Brinker mit frdl. Genehmigung.

Mittwoch 7. Oktober 2020

In Dänemark gibts keine Meterspur – oder?

Zumindest gab es in Dänemark (ohne Nordschleswig) nur eine meterspurige Straßenbahn (Århus) und zwei nennenswerte Bahnen: die Skagensbanen Frederikshavn – Skagen war ursprünglich meterspurig, das drei Strecken umfassende Netz auf Bornholm war es bis zu Stilllegung. Und heute?

In Skjoldenæsholm mitten im Busch zwischen Roskilde und Ringstedt haben Straßenbahnfreunde ein imposantes Straßenbahnmuseum aufgebaut und dort auch ein paar hundert Meter Meterspurgleis verlegt, um auch einige Fahrzeuge dieser Spurweite fahren lassen zu können.

Von den zehn vorhandenen Meterspurfahrzeugen sind vier betriebsfähig.

Der meterspurige Tw 36 der Flensburger Straßenbahn begegnet hier dem Tw 12 (Regelspur) aus Odense.
Der Flensburger Tw 36 nochmal in seiner ganzen Schönheit. Ein bisschen weiter als bis Flensburg muss man allerdings reisen, um einmal mit ihm fahren zu können. Fotos (2): Bastian N.

Ohne Nordschleswig?

Nordschleswig gehörte bis zur Volksabstimmung von 1920 zu Preußen, und in dieser Zeit wurden drei meterspurige Kreisbahnen gebaut:

Die Haderslebener Kreisbahn

Die Apenrader Kreisbahn

Die Sonderburger Kreisbahn

Alle drei wurden kurze Zeit nach der Angliederung an Dänemark eingestellt.

Dienstag 6. Oktober 2020

Meterspur geht ins Wasser

Helmut Reichelt sandte mir dieses wirklich rätselhafte Rätsel und schrieb dazu:

„Hallo Otto,

leider ist dieses von mir Anfang August 1979 aufgenommene Foto qualitativ nicht besonders gut, aber es dokumentiert eine Anlage die nicht mehr besteht. In welchem Land und wo? Handelt es sich hier um eine wenig umweltfreundliche  Gelegenheit zur Entsorgung von Meterspur-Fahrzeugen?“

Helmut hat mir die Lösung inzwischen verraten, denn ich wusste es ehrlich gesagt auch nicht. Zuerst dachte ich an Attersee, klar, aber da geht das Gleis nur bis ans Wasser und nicht hinein. Oder ist dies eine Slipanlage für Fischerboote? Bin mir nicht sicher, ob ich das Rätsel dann angenommen hätte, auch wenn es tatsächlich Meterspur ist.

So, jetzt kommt ihr: Wo isses?

Montag 5. Oktober 2020

Ausgepult – fast

Vor einigen Tagen zeigte ich den Anfang meiner Auspularbeit am Fahrgestell des Steinkübelwagens. Mittlerweile habe ich das meiste geschafft:

Die Supports sind zwar fast alle weg, aber noch sieht man hier und dort die kleinen Buckel, die Reste, wo sie abgeschnitten worden sind. Da ist noch Schab- und Feilarbeit nötig, bis der Maler dran kann.

Zugegeben, das Entfernen der Supports ist eine langstielige Geduldsarbeit, aber davon gibt es im Modellbahnhobby einige, oder nicht? Die pinpoint-Lager habe ich mit einem Tropfen Sekundenkleber eingesetzt und dann einen Moment gewartet, bevor ich die Schnellenkamp Radsätze eingesetzt habe. Die schnurren jetzt ohne Ende, wenn man sie „anturnt“. Ich freue mich jedenfalls auf den Wagen.

Brohl mit Carl Bellingrodts Augen

Am 3.8.1952 kam Carl Bellingrodt nach Brohl und wollte hauptsächlich die meterspurige Brohltalbahn fotografieren. Dazu erklomm er einen kleinen Bergrücken, auf den ein steiler Wanderweg im Zickzack bis zu einem Aussichtspunkt namens Königshöhe führt. Von dort aus machte er diese Aufnahme:

Auf der linken Rheinstrecke fährt die 50 2428 mit ihrem Kohlezug Richtung Süden. Von der Königshöhe aus konnte man damals über das gesamte BEG-Gelände bis zum Rhein blicken. Foto: C. Bellingrodt, Slg. Brinker m. freundl. Genehmigung

Helmut Reichelt wollte wissen, was man heute von der gleichen Stelle sehen kann. darüber gibt es eine kleine Dokumentation.

Sonntag 4. Oktober 2020

Ein hübsches kleines Wohnhaus

Wenn so ein Wohnhaus im Meterspur- und 0m-Blog zu sehen ist, darf man erwarten, dass es zumindest etwas mit Meterspur zu tun hat. Hat es.

Heute gibt es in weitem Umkreis keinen Zentimeter Meterspurgleis mehr, aber früher war ja alles besser, wie wir wissen. Früher sah das Häuschen nämlich so aus:

In diesem Gebäude gab es nie eine Zoll-Dienststelle, nur ein Bahnhofsvorsteher tat hier Dienst und wohnte hier auch, eben der der Station Zollhaus der Nassauischen Kleinbahn. Grafik OOK.

Die Grafik stammt aus meinem Buch „Hochbauten an Klein- und Schmalspurbahnen (seit Ewigkeiten vergriffen), in dem auch die anderen Ansichten des Gebäudes in gleicher Machart abgebildet sind, so richtig zum Nachbau in 1:45, oder?

Samstag 3. Oktober 2020

Jünta hat schon eene

Das ist doch …, äh, ist das nicht die, na, wie heißt sie noch? Genau, das ist die RUR, und zwar in 1:45, gebaut vor ca. 30 Jahren von Günter Hardt. Da man immer gut hören konnte, dass Günter ein waschechter Berliner war, nannten wir das Maschinchen immer „Jünta seine Kastenlok“.

Günter war in den Neunzigern mit seiner RUR auf vielen, wenn nicht den meisten FKSB-Modultreffen zu sehen, wo sie freien Auslauf auf über 30m 0m-Modulen hatte. Aber auch auf der BAE II in Bremen war sie gelegentlich bei Betriebstreffen zu Gast (s. Bild).

Sein simples hausgemachtes Antriebskonzept würden wir heute gerne übernehmen, aber der von Günter seinerzeit für sein 0m-Modell verwendete Getriebe-Fauli ist leider nicht mehr erhältlich.

Günter hat sich übrigens eine kleine dichterische Freiheit erhaubt, nicht weil er’s nicht besser wusste, sondern weil es ihm so besser gefiel. Erkennt die jemand?

Also dann, schönen Feiertag.

Freitag 2. Oktober 2020

Das Nähkästchen ist in diesem Fall das interne Forum, in dem sich Jaffa und seine Freunde über die Entwicklung neuer Modelle austauschen. Da ist derzeit viel los, denn – wie vor einigen Tagen hier geschildert – ist die RUR in Deutschland angekommen, und weilt jetzt nur eine Autostunde von mir entfernt. Und die soll es demnächst bei Jaffa als 0m-Modell geben.

Und jetzt geht es darum, wie die ganzen Details, die derzeit noch in soliden Kisten verpackt sind, an die Lok gehören. Das ist ziemlich kompliziert und soll hier auch nicht alles geschildert werden, findet ja wie gesagt im Nähkästchen statt. Aber einen kleinen Blick in dieses Nähkästchen will ich euch werfen lassen:

Das eingesetzte kleine Bild zeigt ein spezielles Kesselspeiseventil, wie Henschel das für die engen Kastenloks konstruiert hat. Die Drehachse des Absperrades liegt nicht wie sonst im rechten Winkel zum Kessel, da würde niemand mehr dran vorbei kommen, sondern parallell dazu. Der Pfeil zeigt, wo das Ventil hin gehört.

Donnerstag 1. Oktober 2020

Supports sind wichtig, müssen aber weg

Support heißt ja wörtlich übersetzt Stütze. Beim 3D-Druck sind sie notwendig, damit die filiranen Teile nicht frei herumschwimmen. Aber nach erfolgten Druck sind sie nur noch lästig. Zu Anfang sieht man manchmal gar nicht, was für ein Modell sich dahinter verbirgt.

Seit gestern besitze ich meine Bausätze für den Steinkübelwagen von Jaffa 0m und habe angefangen, diesen Supports zu Leibe zu rücken. Dabei genieße ich das Privileg, dass Jaffa gestern für mich allein ein kurzes Waggonbauseminar speziell für die Kübelwagen durchgeführt hat. Da bin ich gut aufgestellt für die trickreiche Arbeit.

Man muss nämlich vorsichtig und planvoll zu Werke gehen, sonst fehlen dem Wagen nachher Bremsklötze oder sonstige wichtige Details. Hier mal ein kleiner Einblick in mein Tun:

Gaaanz vorsichtig muss man in der Umgebung der Bremsklötze und Hängeeisen und bei den kleinen Aufstiegsleitern an den Wagenecken vorgehen. Die senkrechten Streben in den Leitern sind ebenfalls Supports und kommen noch weg.

Ich bin mal gespannt, wie lange ich brauchen werde, bis der erste fertige Wagen vor mir steht. Ihr werdet es erfahren.

Zu den älteren Journaleinträgen: