Scherfähigkeit von Vierachsern in Gegenbögen

Ein kleiner Praxistest auf der BAE

In seinem Kommentar im Kupplungsstrang schrieb Bastian: „Die Wahl der Kupplung hängt ja in gewisser Weise nicht nur von „Geschmack“ , Funktion oder dem Vorbild ab, sondern hängt auch mit Faktoren wie der Verwendung von Zwischengraden und Mindestradius auf der später zu befahrenden Anlage zusammen.

An Erfahrungen in diese Richtung wäre ich sehr interessiert, z.B. inwiefern die Verwendung von strikten 130cm Mindestradius bereits helfen würde das Scher-problem bei 4-Achsern zu lösen.“

Das nahm ich zum Anlass, gleich mal einen kleinen Praxistest auf meiner Anlage durchzuführen, der mehr sagt als tausend Worte:

Östliche Ausfahrt der Station Königskrug in Richtung Braunlage (n. rechts). Die beiden Weichen sind für Fahrt aus Gl. 1 nach Brl gelegt. Die erste zu befahrende Weiche (ganz links) ist eine 1:5,5 Weiche mit r=1000mm, die zweite eine 1:6,6-Weiche mit r= 1300mm. Die Zwischengerade ist 110mm lang.
Ein PwPost 4 (AHA) und ein Weyerwagen (Weinert) werden in die Weichenverbindung geschoben und laufen gerade durch den 1000mm-Bogen der ersten Weiche.
Jetzt befinden sich die beiden mit tension lock-Kupplung ausgerüsteten Fahrzeuge ziemlich genau in der Mitte der Weichenverbindung.
Der 1300mm-Bogen der längeren 1:6.6-Weiche ist natürlich eleganter zu durchfahren.
Fast geschafft. Hier schauen wir mit der Lupe zwischen die beiden Wagen, was denn die Kupplungen so machen. Keine Probleme jedenfalls. Aber die Scherfähigkeit ist fast vollständig ausgenutzt.

Es gibt bisher nur ein längeres Fahrzeug auf der BAE als diese beiden: der aus einem FAMA-Wagen umfrisierte MITROPA Speisewagen (z.Zt. im AW), und künftig kommt noch der eine oder andere Sargdeckelwagen dazu.

Ich werde demnächst mal schauen, ob ich den Test auf zwei gegeneinander liegenden 1:5,5-Weichen wiederholen kann.

2 comments on Scherfähigkeit von Vierachsern in Gegenbögen

  1. Hallo Bastian, es wird neue Tests geben, das braucht aber Zeit. Und danke für den Beifang. Diesen hochspannenden Link kannte ich zwar, hatte ihn aber nicht mehr gefunden. KH Riefer hat wohl seinerzeit so ziemlich die eierlegende Wollmilchsau erfunden, nur fand sich offenbar kein Hersteller, der die super Idee aufnahm. Denn diese Kupplung Stück für Stück handwerklich herzustellen, ist kaum vorstellbar, zumindest wenn man mehr als drei Fahrzeuge besitzt.

    Gruß

    Otto

  2. Hallo Otto,

    Ein Praxistest sagt in der Tat mehr als tausend Worte. Vielen Dank!

    Rein optisch wirkt das Ganze in dem 1300mm Radius deutlich harmonischer, wenn man denn den Platz hat. Interessant wäre natürlich der Vergleich R1000 und R1300 mit 2 langen Vierachsern mitten im Gegenbogen, sodass die Wagen gegeneinander ausschwenken.

    Wenn ich es denn irgendwann mal zurück in die Heimat schaffe werde ich versuchen, den Versuch virtuell nachzustellen. Inspiriert von Karl-Heinz Riefers Untersuchung des Bogenverhaltens für 0e und Peco Gleismaterial hier:
    http://www.schmalespuren.de/balancier-BK3/

    Beste Grüße,
    Bastian

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